Listeriose in der Schwangerschaft

Eine Erkrankung mit Listeriose während der Schwangerschaft ist aufgrund der Folgen für das Kind unter werdenden Müttern gefürchtet. Die schwach ausgeprägten Symptome machen eine frühzeitige Diagnose und Therapie oft schwierig. Seit 2001 gehört Listeriose in Deutschland zu den meldepflichtigen Krankheiten. Wie sich eine Infektion mit Listeriose äußert und wie Schwangere eine Infektion vermeiden können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist Listeriose?

Listeriose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Listeria verursacht wird. Die Erreger sind hochansteckend, zeigen beim gesunden Erwachsenen aber nur mäßige Symptome.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder von Tier zu Mensch spielt nur eine untergeordnete Rolle. In noch stärkeren Umfang als bei der Toxoplasmose erfolgt die Infektion von Menschen mit Listeriose über kontaminierte Lebensmittel. Neben der Aufnahme der Listeriose – Erreger über Nahrungsmitteln sind auch Schmierinfektionen möglich.

Listeriose in der Schwangerschaft

Verschiedene Studien gehen davon aus, dass 50 – 80% der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland mit Listeriose infiziert ist. Bei einem gesunden Immunsystem stellen sich kaum Symptome ein und wenn ähneln sie einer leichten Grippe. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für Schwangere sich mit Listeriose anzustecken um bis zu 12 mal zu groß ist, wie für nicht Schwangere oder den männlichen Teil der Bevölkerung. Als Ursache wird unter anderem das veränderte Immunsystem der Schwangeren diskutiert.

Auswirkungen auf das ungeborene Kind

Infiziert sich die werdende Mutter während der Schwangerschaft mit Listeriose, erfolgt die Übertragung der Infektion meist über die Plazenta bzw. die Nabelschnur auf das ungeborene Kind.
Liegt der Zeitpunkt der Infektion im ersten Schwangerschaftsdrittel führt dies in den allermeisten Fällen zum Abort. Auch im zweiten oder dritten Trimon erhöht die Listeriose die Wahrscheinlichkeit zum Spätabort bzw. für eine Frühgeburt. Auch unter der Geburt kann die unbehandelte Listeriose noch von der Mutter auf das Kind übergehen. Das Neugeborene zeigt nach einer Listeriose – Infektion Krankheitssymptome einer Meningitis, Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung. Bei einer Infektion unter der Geburt liegt die Letalität zwischen 26 – und 36 %.
Aufgrund dieser dramatischen Auswirkungen gilt es für Schwangere die Infektion mit Listeriose nach Kräften zu vermeiden.

Listeriose in der Schwangerschaft vermeiden

Um die Chance einer Ansteckung mit Listeriose über eine Schmierinfektion zu vermeiden, sollten Schwangere auf eine strikte Hand – Hygiene achten. Geldstücke, Haare und viele Gegenstände des täglichen Gebrauchs können Listeriose Bakterien beheimaten. Deshalb sollten sich Schwangere regelmäßig, besonders nach Kontakt mit zum Beispiel Geld, die Hände mit warmen Wasser und Seife waschen.

Da der Hauptübertragungsweg der Listeriose Erreger auf den Menschen bei den Lebensmitteln zu finden ist, Bedarf die Lagerung, Zubereitung und der Verzehr der verschiedensten Lebensmittel größte Sorgfalt. Gerade Obst und Gemüse kommt hier eine besondere Rolle zu. Die Listeriose Bakterien verbreiten sich unter anderem über Staub und Erde, weshalb roh verzehrtes Obst und Gemüse sorgfältig gewaschen werden sollte.
Auch sollten für verschiedene Nahrungsmittel unterschiedliche Schneidbretter und Messer verwendet werden bzw. nach der Zubereitung gründlich gereinigt werden.
Die Bakterien, die eine Listeriose verursachen können, sind sehr widerstandsfähig. Selbst im Kühlschrank können sich die Bakterien noch vermehren. Deshalb gilt es darauf zu achten z.B. Rohmilchspeisen in separat verschlossenen Gebinden zu lagern oder besser direkt zu meiden.

Rohes Geflügel oder Fleisch bieten den Bakterien ebenso einen Nährboden. Gerade Teewurst, Salami und ähnliche Wurstwaren bieten den Bakterien ideale Möglichkeiten zur Vermehrung. Selbst tiefgefrorenes Fleisch kann noch Liseriose – Erreger beinhalten. Hier sollten Schwangere darauf achten die Nahrung komplett und dauerhaft durch zu erhitzen, um die Bakterien abzutöten.

Weitere Empfehlungen zum hygienischen Umgang mit Lebensmitteln finden Sie auf der Infoseite zur Vermeidung von Lebensmittelinfektionen in der Schwangerschaft.

Zeigt eine Schwangere leichte grippeähnliche Symptome wie z.B. Schüttelfrost oder Durchfall sollte im Zweifelsfall eine Hebamme oder ein Arzt konsultiert werden. Die Listeriose kann ggf. durch Blut oder Stuhluntersuchungen nachgewiesen und mit Antibiotika behandelt werden.