Das Ende der Geburtshilfe?

Die Nürnberger Versicherung hat bekannt gegeben ab dem 1. Juli 2015 aus den letzten beiden Versorgungskonsortien für Hebammen auszusteigen. Was im Versicherungsdeutsch ganz harmlos klingt, könnte das Ende für die Geburtshilfe in Deutschland bedeuten.
Freiberufliche Hebammen dürfen in Deutschland nicht ohne Haftpflichtversicherung arbeiten. Mit dem Ausstieg der Nürnberger gibt es aktuell keine Versicherung für Hebammen mehr und damit auch keine Geburtshilfe.

Bereits in den letzten zehn Jahren hat sich die Prämie für freiberufliche Hebammen verzehnfacht, unverständlicher Weise trotz sinkender Schadensfälle.

Unfreiwillige Hausgeburt

Für Schwangere und junge Mütter in ländlichen Regionen stellt der Wegfall der Hebammen Versorgung ein noch größeres Problem dar: Durch die voranschreitende Zentralisierung im Gesundheitswesen, sind Kreißsäle und damit medizinische Versorgung bei der Geburt nur noch nach weiter Anreise verfügbar.
Im schlimmsten Fall bedeutet dies für die werdenden Mütter die Entscheidung zwischen einer Hausgeburt ohne Hebamme oder einer Geburt im Auto.

Überlastete Kreißsäale

Der Mangel an Hebammen gefährdet nicht nur die freie Wahl des Geburtsortes und die flächendeckende Versorgung von Mutter und Kind vor und nach der Geburt, auch in Krankenhäusern oder Geburtszentren kommt es zu Engpäßen, da Hebammen fehlen
Wie die Süddeutsche im Januar berichtete können selbst in Deutschlands größter Geburtsklinik nicht alle Kreißsäle mangels Hebammen genutzt werden.

Für die Zukunft der Freiberuflichen Hebammenversorgung

Wir als Hebammen sind von der Notwendigkeit einer flächendeckenden Hebammenversorgung überzeugt. Nicht ohne Grund hat der Gesetzgeber das Anrecht auf die Betreuung durch eine Hebamme für jede Mutter gesetzlich verankert.
Wenn Sie die Hebammen in Deutschland und damit alle Schwangeren und jungen Mütter unterstützen möchten, finden Sie Informationen zu Petitionen und Unterstützungsaktionen auf der Seite des Deutschen Hebammen Verbandes.